Was ist CoBi?

Die Collaborative Biobank (CoBi) verfolgt das Ziel, medizinische Forschungsprojekte im Bereich von Blutkrebserkrankungen zu unterstützen. Dafür werden in CoBi Blutproben gesammelt. Die genetische Information (engl. DNA) aus den Blutproben wird dann mit weiteren medizinischen Daten verknüpft und in CoBi gespeichert.

EDTA-Röhrchen

Eine Besonderheit von CoBi ist, dass Proben und Daten von gesunden Stammzellspendern und erkrankten Patienten gesammelt werden. In unserer Biobank-Kooperation (englisch: Collaborative Biobank) arbeiten dafür Entnahmezentren, Transplantationskliniken und Spenderregister eng zusammen.

Die Proben und Daten werden für einen Zeitraum von 25 Jahren aufbewahrt und können ausschließlich für Forschungsprojekte zur Verfügung gestellt werden, die mit unseren Forschungszielen vereinbar sind.

Primäres Ziel ist die Unterstützung von Forschungsprojekten zur Prävention, Diagnose und Behandlung von Blutkrebserkrankungen, insbesondere für die allogene Blutstammzelltransplantation (d.h. Transfer von Zellen von einem Menschen in einen anderen Menschen). Darüber hinaus soll die Auswahl von Spendern für eine Blutstammzelltransplantation optimiert werden, um so den langfristigen Erfolg einer Transplantation zu gewährleisten.

Wir hoffen, somit auch die Zusammenarbeit aller Kooperationspartner auf dem Gebiet hämatopoetischer Stammzelltransplantationen zu fördern. Aus den hämatopoetischen Stammzellen entstehen alle Zellen des Blutes (weiße und rote Blutkörperchen und Blutplättchen).

Wenn Sie sich dazu entschließen, an CoBi teilzunehmen, können Sie in der nachfolgenden Grafik den Ablauf einer Teilnahme nachvollziehen, was mit Ihren Proben und Daten geschieht und wo diese gespeichert werden.

 

Die Anonymisierung ebenso wie die Pseudonymisierung sind Maßnahmen, um einen hinreichenden Schutz der Daten zu gewährleisten. Bei einer Anonymisierung werden die identifizierenden Daten (z.B. Name, Geburtsdatum) so verändert, dass diese Daten einer bestimmten Person nicht mehr zuordenbar sind. Dagegen werden bei einer Pseudonymisierung die Daten nur insoweit verändert, dass eine Rückverfolgbarkeit möglich wäre. Der Name und/oder andere Identifikationsmerkmale werden bei der Pseudonymisierung durch ein sogenanntes Pseudonym ersetzt. Dieses Pseudonym könnte sowohl ein mehrstelliger Buchstaben- sowie Zahlencode sein oder auch eine Kombination aus beidem. Dadurch wird die Re-Identifizierung eines Individuums für Außenstehende ausgeschlossen bzw. wesentlich erschwert. Jedoch ist für den behandelnden Arzt ein Rückschluss auf die Person im Einzelfall noch möglich. Eine Möglichkeit für eine Entschlüsselung, sprich einer Re-Identifizierung der Daten, wäre beispielweise gegeben, wenn die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung für die medizinische Behandlung des Einzelnen von Nutzen wären. Diese Entscheidung ist jedoch immer im Einzelfall zu klären.

Weitere Informationen zur Treuhandstelle, die die identifizierenden Daten der Biobank-Teilnehmer verwaltet, können Sie unter dem Punkt Datenschutz und Ethik lesen.

In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass Forscher bei ihrer Arbeit zufällig auf Veränderungen bei einzelnen Personen stoßen, die für deren Gesundheit oder deren Nachkommen von Bedeutung sein könnten. In der Regel sind solche Zusatzergebnisse aus der Forschung jedoch nicht sicher und aussagekräftig genug, um sie klinisch weiterverwenden zu können.

Ergebnisse, die nach erster Einschätzung eine erhebliche Bedeutung für die Gesundheit des betroffenen Personenkreises aufweisen, können bei Bedarf mitgeteilt werden. Grundsätzlich haben Sie jedoch auch ein Recht darauf, die Mitteilung dieser Ergebnisse auszuschließen (sog. Recht auf Nichtwissen).

Die Suche nach Zusatzergebnissen erfolgt nicht aktiv. Wird ein solches Zusatzergebnis jedoch entdeckt, muss es einer durch die Deutsche Gesellschaft für Humangenetik definierten Kategorie zugeordnet werden (https://www.gfhev.de/). Diese sind: (siehe https://www.gfhev.de/de/leitlinien/LL_und_Stellungnahmen/2013_05_28_Stellungnahme_zu_genetischen_Zufallsbefunden.pdf):

„Kategorie 1

Genetische Eigenschaften, aus denen sich ein relevantes Risiko für eine Erkrankung ergibt, für die eine effektive Therapie bzw. wirksame Vorbeugemaßnahmen zur Verfügung stehen.

Kategorie 2

Genetische Eigenschaften, die ein relevantes Risiko für eine zum Untersuchungszeitpunkt nicht behandelbare Erkrankung ausweisen.

Kategorie 3

Genetische Eigenschaften, die das Risiko für das Auftreten einer Erkrankung nur gering modifizieren, z. B. Daten aus genomweiten Assoziationsstudien zu multifaktoriellen Erkrankungen.

Kategorie 4

Genetische Eigenschaften, die für die untersuchte Person selbst keine gesundheitlichen Risiken bergen, aber zu Krankheiten bei eigenen Nachkommen und/oder Familienangehörigen führen und damit einen Einfluss auf die Familienplanung haben können.“

Da es sich bei Zusatzergebnissen um keine validierten Resultate handelt, muss bei einem möglichen Verdacht zunächst das CoBi Scientific Committee beraten. Es erfolgt eine erste Einteilung in eine der oben genannten Kategorien. Danach wird dieses Ergebnis mit der zugeteilten Kategorie der zuständigen Ethikkommission mitgeteilt. Diese berät ebenfalls noch einmal ausführlich über das Resultat. Erst in diesem Zuge wird darüber entschieden, ob es sich für den Teilnehmer und/oder seiner Nachkommen um ein gesundheitsrelevantes Zusatzergebnis handelt. In diesem Fall wird der Teilnehmer über das Zentrum kontaktiert, falls dieser explizit einer solchen Mitteilung in der Einwilligungserklärung zugestimmt hat.

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